Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Der Verbraucherschutz steht an erster Stelle

Lesen Sie hierzu ein Interview mit unserem Vorstandsvorsitzenden Elmar Schmitz

Seit 21. März 2016 gilt in Deutschland die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Was sich genau dahinter verbirgt und welche Auswirkungen die Richtlinie auf unsere Mitglieder und Kunden hat, erläutert Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel eG, im Interview.


Herr Schmitz, worum geht es bei der neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinie?
Elmar Schmitz: Im Kern geht es darum, dass Banken ab sofort vor und während der Vergabe von Immobiliendarlehen die Pflicht haben, ihre Kunden noch ausführlicher als bislang zu beraten, zu informieren und die Ergebnisse der Beratung zu dokumentieren. Damit werden Vorgaben der Europäischen Union in deutsches Recht umgesetzt. Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Kunde schon bevor er den Kredit aufnimmt, bestmöglich über seine Rechte und Pflichten informiert ist. Damit will der Gesetzgeber den Kreditnehmer vor möglichen Folgen wie Pfändung und Zwangsvollstreckung schützen. Die Richtlinie bringt also noch mehr Qualität in die Baufinanzierung, indem der Verbraucherschutz erhöht wird und Prozesse noch stärker standardisiert werden.


Für welche Fälle gilt denn die neue Richtlinie?
Elmar Schmitz: Typische Fälle sind der Kauf eines Grundstücks oder einer vorhandenen Immobilie sowie der Neubau eines Hauses – aber nur, wenn hier eine grundpfandrechtliche Besicherung vorliegt. Das heißt, dass eine Immobilie als Sicherheit bei der Finanzierung dient.


Im Rahmen der Beratung prüfen Sie ja auch die Kreditwürdigkeit des Kunden. Was ändert sich hier?
Elmar Schmitz: Wir weisen den Kunden – wie bislang auch schon – darauf hin, dass eine Kreditwürdigkeitsprüfung stattfindet und welche Unterlagen er einreichen muss. Neu ist, dass er uns die Informationen früher zur Verfügung stellen muss und dass er mehr Fragen beantworten muss, etwa nach der Familienplanung, dem Renteneintritt oder der Absicherung von unvorhergesehenen Ereignissen wie Berufsunfähigkeit. Bei der Volksbank RheinAhrEifel ist diese detaillierte Befragung aber sowieso schon seit langer Zeit gängige Praxis. Das sehen wir auch als unsere Verantwortung gegenüber den Kunden und Mitgliedern an.


Was ändert sich sonst noch für die Kunden?
Elmar Schmitz: Im Rahmen des Beratungsgesprächs erhält der Kunden erstmals eine Erläuterungsbroschüre sowie ein Beratungsprotokoll. Darüber hinaus bieten wir ihm einen Vertragsentwurf an, den er aber ablehnen kann. Die Herausgabe dieser vorvertraglichen Informationen ist allerdings Pflicht.


Wie sieht ein Beratungsgespräch bei der Volksbank RheinAhrEifel genau aus?
Elmar Schmitz: Unsere Kunden profitieren von einem strukturierten Beratungsprozess. Der Bereich Immobilien ist Teil unserer genossenschaftlichen Beratung. Hier stellen wir das Mitglied bzw. den Kunden mit seinen Interessen und seiner Lebensplanung in den Mittelpunkt. Wir suchen gemeinsam nach passenden Lösungen und entwickeln ganz persönliche Finanzstrategien, mit denen sich Ziele besser erreichen lassen. Das Gespräch wird dabei durch modernste Technik unterstützt, sodass der Berater sich voll und ganz auf den Menschen und die Inhalte konzentrieren kann und garantiert kein Aspekt vernachlässigt wird. Für den Kunden schaffen wir so ein hohes Maß an Verständlichkeit und Transparenz, da er aktiv an der Beratung mitwirkt.