Stiftung LAPIDEA für Kunst und Kultur vergibt Ehrenamtspreis 2017

12 Preisträger aus der Region Rhein-Ahr-Eifel erhalten insgesamt 6.000 Euro

Mayen – 03.11.2017. Die Stiftung LAPIDEA für Kunst und Kultur hat in Mayen mit Unterstützung der Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel den Ehrenamtspreis 2017 verliehen. 12 Preisträger aus der Region Rhein-Ahr-Eifel wurden mit dem Preis ausgezeichnet, der mit insgesamt 6.000 Euro dotiert ist. Rund 200 Gäste waren zur Ehrung in die Halle 129 nach Mayen gekommen.

„Die Vielfalt des kulturellen Reichtums in Deutschland basiert zu einem beachtlichen Teil auf dem ehrenamtlich-bürgerschaftlichen Engagement vieler Menschen. Ohne das Ehrenamt wären viele kulturelle Angebote nicht oder so nicht denkbar“, erklärte Albert Nell, Vorsitzender der Stiftung LAPIDEA für Kunst und Kultur. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, nach 2015 den Ehrenamtspreis erneut zu vergeben. Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel und Stiftungsvorstand der Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel, ergänzte: „Über unsere Bürgerstiftung unterstützen wir seit vielen Jahren das Engagement der Bürger für unsere Heimat und für die Menschen, die hier leben. Deshalb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns auch in diesem Jahr an der Verleihung des Ehrenamtspreises beteiligen.“

Die Moderation übernahm Julia Bertram, ehemalige Deutsche Weinkönigin und Markenbotschafterin der Volksbank RheinAhrEifel. Für einen ansprechenden musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgte das Vokalensemble „Musica Nova“ unter Leitung von Gerd Schlaf. Den weiteren musikalischen Rahmen gestalteten Anne Lenz, Sopran, Leander Mombaur und Tabea Strehle, beide Klavier. Die drei jungen Künstler werden durch das „Mendiger Talentforum“ gefördert, das ebenso wie „Musica Nova“ für sein kulturelles Engagement ausgezeichnet wurde.


Dr. Alexander Saftig, Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, und Martina Luig-Kaspari, Beigeordnete der Stadt Mayen, vermittelten in ihren Grußworten den hohen Stellenwert des Ehrenamtes in unserer Gesellschaft und sprachen den Geehrten ihre Anerkennung aus.
Insgesamt 12 Preise wurden vergeben an Persönlichkeiten und Vereine, die besondere Verdienste um die Kultur in unserer Heimat erworben haben. Bürgermeister Rolf Schumacher fand als Laudator sowohl ehrende wie auch humorvolle Worte für die Preisträger.

v.l.n.r. Albert Nell, Gisbert Stenz, Toni Becker, Helmut Lung, Lorenz Harig, Elmar Schmitz.

So wurde Helmut Lung, Kottenheim, für sein künstlerisches Engagement geehrt. Unter anderem entwirft und gestaltet der Künstler und Bildhauer seit mehr als 50 Jahren die Motive der Umzugswagen der Kottenheimer Karnevalsgesellschaft (KKG) und die Bühnenbilder der bekannten „Kottemer“ Karnevalssitzungen. Darüber hinaus ist er auch als Steinhauer tätig. So hat er beispielsweise die Basaltsäule zum 100-jährigen Bestehen der KKG erschaffen, die seit 2013 am „Platz der Kotteme Fasenacht“ in Kottenheim steht.

Lorenz Harig aus Ettringen leitete mehr als 40 Jahre Chöre in Polch und Mertloch und ebenfalls jahrzehntelang das städtische Orchester in Mayen. Er hat viele junge Menschen für Musik begeistert und in eine musikalische berufliche Perspektive geführt. Bis heute macht er Musik und springt als Organist in den Kirchen in Mayen ein, wenn Bedarf ist.

Auch Toni Becker erhält den Ehrenamtspreis 2017. Der Kottenheimer lebt für die Musik und machte es zu seinem persönlichen Anliegen, die Musikbegeisterung junger Menschen zu fördern. Unter anderem gründete er die Bigband des Megina Gymnasiums Mayen, die älteste Bigband eines Gymnasiums in Rheinland-Pfalz.

Der ehemalige Rektor der Grundschule Heimersheim, Gisbert Stenz, komponiert Lieder, Chorwerke und Messgesänge, Stücke für Blasmusik und den Spielmannszug sowie Mundartlieder. Er erforscht darüber hinaus schon seit vielen Jahren die Ahrweiler Mundart und ist in der Brauchtumspflege aktiv.

v.l.n.r. Musica Nova, Schülermusical-Musikteam der Integrierten Gesamtschule Pellenz, Verein zur Heimatpflege Antweiler, Chores der evangelischen Kirchengemeinde Mayen.

Die Begleitung der Gläubigen im Kirchenjahr sowie Darbietungen an besonderen Feier- und Festtagen ist Aufgabe des Chores der evangelischen Kirchengemeinde Mayen. Wenn die Ausführung immer zu einem hochklassigen musikalischen Event wird, dann ist das nicht zuletzt Anspruch und Verdienst von Chorleiter Wolfram Strehle. Ihm gelingt es, den Chor auch in dem jährlich stattfindenden Konzert, das über Mayen hinaus bekannt und geschätzt ist, immer wieder zu herausragenden Leistungen anzuspornen.

Für sein ehrenamtliches Engagement zeichnete die Jury auch das Schülermusical-Musikteam der Integrierten Gesamtschule Pellenz, Plaidt, aus. Seit 1999 führt die Schule regelmäßig neue Musicals unter der Regie von Markus Becker und Hans Bretz auf. Mehr als 100.000 Menschen haben seitdem die 181 Aufführungen besucht. Beim aktuellen Musical „Sternenprinzessin“, in dem es um das Thema Fremdenfeindlichkeit geht, nehmen 240 Schüler teil.

Ein kulturelles Highlight in der Region sind auch die Kammermusikkonzerte zum Jahresausklang in Gilligs Mühle. Die anspruchsvollen, durch Robert Nikolayczik geplanten und mitgestalteten Konzerte werden durch den Verein zur Heimatpflege Antweiler getragen und ziehen jedes Jahr viele Musikliebhaber in die Eifel.

Einen Namen hat sich auch das Mayener Vocalensemble Musica Nova unter Leitung von Gerd Schlaf gemacht. Die 40 Sängerinnen und Sänger engagieren sich schon seit mehr als 30 Jahren für die Pflege zeitgenössischer Musik und fördern zugleich den unverkrampften, lockeren Umgang mit den Werken „alter“ Meister. Egal ob Mozarts Requiem, der Song „Amazing Grace“ oder das Lied „Mein kleiner grüner Kaktus“ – dem Ensemble geht es stets darum, Musik mit großer Leidenschaft auszudrücken, damit zu berühren und die Zuhörer mitzureißen.

v.l.n.r. St. Matthias-Bruderschaft Mayen, Kunstförderverein EifelART, Kultur- und Heimatvereins Niederzissen, Vereins zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses Mendig.


Gewürdigt wurde auch das Engagement des Vereins zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses Mendig unter der Leitung von Christoph Kranz. Gegründet 1996 von dem Ur-Mendiger Herbert Kranz, engagiert sich der Verein für die Aus- und Weiterbildung junger Talente. In den vergangenen 20 Jahren wurden mehr als 100 junge Menschen mit rund 130.000 Euro unterstützt, die in den Bereichen klassische Musik, Jazz, Musical und Tanz aktiv sind. Eine Kostprobe ihres Könnens brachten im Rahmen der Preisverleihung Anne Lenz, Sopran, Leander Mombaur, Klavier, und Tabea Strehle, Klavier, zu Gehör.


Seit 1640 besteht die St. Matthias-Bruderschaft Mayen. Brudermeister Heinz Schäfer organisiert seit vielen Jahren den Bruderschaftstag, die dreitägige Fußwallfahrt nach Trier und wirkt an der Karfreitags-Prozession mit. Eine weitere wichtige Aufgabe der Bruderschaft ist die Kennzeichnung von Wegen der Jakobspilger im Landkreis Mayen-Koblenz mit Pilgersteinen und Informationsstelen.


Ausgezeichnet wurde auch der Kunstförderverein EifelART aus Adenau. Sein Ziel ist es, ein Forum für Kunst und Kultur im ländlichen Raum zu schaffen und so die Aufgeschlossenheit in der Bevölkerung zu fördern. Unterstützt werden Ausstellungen und Veranstaltungen von Künstlern aus der Region. Außerdem bietet der Verein unter dem Vorsitz von Dietlind Greifenhagen auswärtigen Künstlern ein Forum, um ihr Können in Adenau und Umgebung zu präsentieren.


Die rund 140 Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins Niederzissen fördern zukunftsorientierte Projekte im Brohltal mit dem Ziel die Aufgeschlossenheit gegenüber Kultur und Heimatpflege sowie die Achtung vor dem Anderen und Andersdenkenden zu stärken. So sollen auch Kinder und Jugendliche an die Heimatgeschichte herangeführt werden. In den vergangenen Jahren hat der Verein „Henk’s Mühle“ sowie die ehemalige Synagoge im Ortskern von Niederzissen saniert. Neuestes Projekt ist die Einrichtung eines Reparatur-Cafés, in dem gemeinsam Haushaltsgeräte und sonstige Gegenstände repariert werden. Im April 2017 gewann der Verein unter dem Vorsitz von Gründungsmitglied Richard Keuler den zweiten Preis beim Zukunftspreis Heimat der Volksbank RheinAhrEifel.


Stellvertretend für alle Preisträger dankte Richard Keuler der Jury und den Veranstaltern für Ehrung und Preisgelder. Mit einem humorvollen Ausblick auf das Ehrenamt zitierte er Wilhelm Busch: „Warum hast Du das alles eigentlich gemacht? Warum engagierst Du Dich für Andere, für eine Idee, für ein Objekt? Ich habe für uns nur eine Antwort: Weil wir nichts anders können.“